So kannst du beim Wohnmobil Gewicht sparen: Die besten Tipps


Das Abenteuer ruft, aber dein Reisemobil ist schwerer beladen als gedacht?
Jedes Kilo zu viel kostet wertvollen Stauraum, erhöht den Spritverbrauch und    kann die Fahreigenschaften verschlechtern. Gewicht sparen heißt aber nicht,    auf Komfort oder Freiheit zu verzichten. In diesem Artikel geben wir dir  hilfreiche Tipps, wie du beim Wohnmobil das Gewicht reduzieren kannst.

Notwendige Gewichtskontrolle   beim Wohnmobil

Viele Reisemobile fallen in die Gewichtsklasse bis 3,5 Tonnen, was einen normalen Pkw-Führerschein voraussetzt. Überschreitest du diese Grenze, gelten strengere Vorschriften und es kann eine Lkw-Führerschein erforderlich   sein. Das zulässige Gesamtgewicht ist im Fahrzeugschein unter „F.1“ eingetragen und darf nicht überschritten werden.

Eine Überladung kann erhebliche Konsequenzen haben. Bereits ab fünf Prozent Übergewicht drohen Bußgelder, ab 20 Prozent sind hohe Strafen und Fahrverbote möglich. Um sicherzugehen, solltest du dein Wohnmobil korrekt wiegen. Fahre dazu auf eine öffentliche Waage, die oft an Wertstoffhöfen oder Speditionen zu finden ist. Achte darauf, dass du dein Fahrzeug voll beladen wiegst, also mit Gepäck, Wasser und Insassen. So kannst du sicher sein, dass du die gesetzlichen Vorgaben einhältst.

Wie viel Zuladung ist beim Reisemobil erlaubt?

Die mögliche Zuladung ergibt sich aus der Differenz zwischen dem zulässigen Gesamtgewicht und dem Leergewicht, das im Fahrzeugschein unter „G“ eingetragen ist. Rechne dabei nicht nur Gepäck mit ein, sondern auch Passagiere, Wasser, Gas und Kraftstoff.

Bei einem Wohnmobil mit 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und einem Leergewicht von 3.000 kg bleiben dir 500 kg für die Zuladung. Das klingt viel, ist aber schnell aufgebraucht. Bei zwei Personen sind das rund 250 kg pro Person, inklusive Gepäck, Wasser und Gas. Bei vier Personen sinkt die individuelle Zuladung auf etwa 125 kg, was eine kluge Auswahl des Reisegepäcks erfordert.

Besonders schwer sind volle Wassertanks und große Gasflaschen. Auch Zubehör wie Fahrradträger, Markisen oder Solarmodule tragen nicht unerheblich zum Gesamtgewicht bei. Dazu kommen all die Kleinigkeiten, die du für die Reise mitnimmst, wie Grill, Campingstühle, Werkzeug oder Bücher.

Gewicht sparen beim selbst ausgebauten Camper

Baust du dein Reisemobil selbst aus? Dann lohnt es sich, auf leichte Materialien zu setzen. Wabenplatten, Aluminiumrahmen oder Kunststoffverbundstoffe sparen im Vergleich zu Massivholz viel Gewicht. Auch dünne Vinylböden sind eine gute Alternative zu schweren Holzplatten.

Auch eine Markise kann ein echter Gewichtsfaktor sein. Ein fest verbautes Modell wiegt oft 25 bis 30 kg. Wer flexibel bleiben will, kann stattdessen ein Sonnensegel oder ein Tarp verwenden. Diese Alternativen sind nicht nur leichter, sondern lassen sich auch platzsparend verstauen.

Falls dein Camper bereits komplett ausgebaut ist, kannst du an den verbauten Materialien in den meisten Fällen nichts mehr ändern. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, das Gewicht zu reduzieren, wenn dein Wohnmobil zu schwer ist.

Weniger Wasser mitnehmen

Wasser gehört zu den schwersten Lasten im Wohnmobil. Ein voller 100-Liter-Tank wiegt rund 100 kg. Überlege dir daher gut, wie viel Wasser du wirklich benötigst. Für kurze Trips reichen oft 20 bis 30 Liter. Wenn du unterwegs Frischwasser nachfüllen kannst, sparst du zusätzlich Gewicht. Viele Campingplätze, Raststätten und öffentliche Trinkwasserstellen bieten Möglichkeiten zum Auffüllen. Auch flexible Wassertanks oder faltbare Kanister sind eine leichte Alternative zu großen, fest verbauten Tanks.

Gewicht reduzieren beim Gas

Eine herkömmliche 11 kg-Gasflasche wiegt mit Inhalt rund 23 kg. Hier lässt sich das Gewicht durch den Umstieg auf leichtere Aluminium- oder Verbundflaschen reduzieren. Eine Alternative für Gelegenheitsköche sind Gaskartuschenkocher. Sie sind handlich, einfach zu bedienen und perfekt für Kurztrips.

Auch bei der Heizung gibt es Möglichkeiten, auf Gas zu verzichten. Diesel-Standheizungen sind eine beliebte Lösung, da sie den Fahrzeugtank nutzen und keine zusätzliche Gasflasche benötigen. Auf Campingplätzen mit Stromanschluss kann eine kleine Elektroheizung ausreichen.

Leichter unterwegs mit Lithium-Batterien

Batterien gehören zu den schwersten Komponenten im Wohnmobil. Klassische Blei-Säure-Batterien wiegen oft 25 bis 30 kg pro Stück, während moderne Lithium-Batterien nur etwa die Hälfte auf die Waage bringen. Sie sind nicht nur leichter, sondern haben auch eine höhere Energiedichte, sodass du mit einer kleineren Kapazität auskommst.

Eine weitere Möglichkeit, das Gewicht zu reduzieren, sind alternative Stromquellen. Solarpanels in Kombination mit einer kleineren Lithium-Batterie können oft eine schwere Zweitbatterie ersetzen. Wenn du häufig auf Campingplätzen mit Stromanschluss stehst oder sparsam mit Energie umgehst, kannst du die Batteriekapazität verringern und so weiteres Gewicht einsparen.

Praktische Ausstattung für die Küche

Um das Gewicht des Wohnmobils zu reduzieren, lohnt es sich, auch in der Küche auf leichte Materialien zu achten. Beim Geschirr solltest du auf bruchsichere Materialien wie Melamin oder Titan setzen, statt schweres Porzellan mitzunehmen. Töpfe und Pfannen aus Aluminium oder Titan sind deutlich leichter als Gusseisen oder Edelstahl und eignen sich hervorragend zum Kochen unterwegs. Beim Lebensmitteleinkauf gilt: Nimm nur so viel mit, wie du wirklich brauchst. Frische Produkte kannst du unterwegs nachkaufen, statt große Vorräte anzulegen.

Die richtigen Campingmöbel mitnehmen

Klassische Campingmöbel sind oft schwer und unhandlich, doch es gibt clevere Alternativen. Stühle und Liegen aus Aluminium oder Carbon sind wesentlich leichter als Modelle mit Stahlgestell. Klappbare oder rollbare Tische sind eine gute Alternative zu massiven Campingtischen.

Wer noch mehr Platz sparen möchte, setzt auf kompakte Beistelltische oder anpassungsfähige Outdoor-Lösungen wie Hängematten oder aufblasbare Sitzgelegenheiten. Falls du den großen Campingtisch selten nutzt, kannst du ihn durch einen leichten Klapptisch oder vorhandene Sitzmöglichkeiten auf dem Campingplatz ersetzen.

Gewicht sparen bei Felgen, Reifen und Zubehör

Schwere Stahlfelgen sind stabil, aber nicht unbedingt notwendig. Alufelgen können eine gute Alternative sein, wenn sie für die Traglast deines Wohnmobils zugelassen sind. Sie sparen bis zu 5 kg pro Rad, sind rostfrei und verbessern das Fahrverhalten. Auch die Wahl der richtigen Reifen hilft beim Gewichtsparen. Leichtlaufreifen sind nicht nur leichter, sondern senken auch den Kraftstoffverbrauch.

Leichtere Alternativen zu Fahrrädern

Wenn du auf deinen Reisen ein Fahrrad mitnehmen möchtest, solltest du das zusätzliche Gewicht nicht unterschätzen. Ein herkömmliches Fahrrad wiegt etwa 15 kg, während ein E-Bike oft 20 kg oder mehr auf die Waage bringt. Eine leichtere Alternative sind Klappräder, die nicht nur weniger wiegen, sondern auch einfacher zu verstauen sind. Ein schwerer Fahrradträger am Heck kann zudem bis zu 30 kg wiegen, während es leichtere Alternativen für die Heck- oder Dachmontage gibt.

Persönliches Gepäck clever reduzieren

Nicht nur Möbel und Technik, sondern auch persönliche Gegenstände tragen erheblich zum Gesamtgewicht bei. Kleidung, Bettwäsche, Handtücher und Kosmetikprodukte summieren sich schnell. Auch Bücher, Laptops und Kameras können zusätzliches Gewicht verursachen. Um Platz und Gewicht zu sparen, solltest du nur das Nötigste mitnehmen. Ein E-Reader ersetzt mehrere Bücher und kompakte Reisehandtücher sind leichter als klassische Frottierhandtücher.

Noch ein Tipp: Greife bei deinem Haus auf Rädern auf elektronische Gebrauchsanweisungen zurück. Überprüfe dein Gepäck regelmäßig und sortiere aus, was du in einer bestimmten Saison nicht brauchst. Wer bewusst packt, hat am Ende mehr Platz für wichtigere Dinge und bleibt innerhalb der zulässigen Zuladung.

Wohnmobil beladen: Die richtige Gewichtsverteilung

Eine gleichmäßige Gewichtsverteilung sorgt für ein sicheres Fahrverhalten und mehr Fahrkomfort. Ein schlecht ausbalanciertes Wohnmobil kann instabil werden, besonders in Kurven oder bei starkem Wind.

Um den Schwerpunkt niedrig zu halten, solltest du schwere Gegenstände wie Wasserkanister, Batterien oder Werkzeuge möglichst weit unten und nah an der Achse verstauen. Leichte Dinge wie Kleidung oder Campingzubehör gehören in die oberen Fächer. Um den Stauraum besser nutzen zu können, bieten sich Organizer, Hängeregale oder flexible Staukisten an.

Was tun, wenn der Camper überladen ist?

Wird das zulässige Gewicht trotz Einsparmaßnahmen regelmäßig überschritten, hast du mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann eine technische Auflastung helfen, das zulässige Gesamtgewicht zu erhöhen. Dazu gehören verstärkte Fahrwerkskomponenten oder spezielle Luftfederungen.

Oder du überlegst dir, ob sich die Anschaffung eines Anhängers lohnt, um sperrige oder schwere Gegenstände zu transportieren. In jedem Fall sollte vermieden werden, mit einem überladenen Wohnmobil zu fahren, da dies nicht nur Bußgelder nach sich ziehen kann, sondern auch die Verkehrssicherheit gefährdet.

Fazit: Gewicht verringern beim Wohnmobil

Mit einigen gezielten Maßnahmen lässt sich das Gewicht deines Wohnmobils deutlich reduzieren. Der Umstieg von Blei- auf Lithium-Batterien spart bis zu 30 kg, leichtere Möbel oder Aluminium-Gasflaschen bringen weitere 20 kg. Auch ein bewusster Umgang mit Wasser, Lebensmittelvorräten und Zubehör kann helfen, das Gesamtgewicht zu reduzieren.

Ein durchschnittlicher Kastenwagen mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht und 3.000 kg Leergewicht hat eine maximale Zuladung von 500 kg, die sich oft so zusammensetzt:

·         zwei Personen inkl. Kleidung und Bettzeug: ca. 150 kg

·         Wassertank (teilweise gefüllt) und Gasflaschen: ca. 100 kg

·         Campingmöbel und Markise: ca. 50 kg

·         Fahrräder, Roller oder E-Bikes inkl. Träger: ca. 50 kg

·         Lebensmittel und Küchenausstattung: ca. 75 kg

·         Elektronik, Werkzeug und sonstige Ausrüstung: ca. 75 kg

FAQ: Gewicht sparen beim Camper

Was ist die Masse im fahrbereiten Zustand?

Die Masse im fahrbereiten Zustand umfasst das Leergewicht des Wohnmobils inklusive Fahrer, vollem Kraftstofftank, gefüllten Wassertank und standardmäßiger Ausstattung.

Wie viel Kilo Zuladung darf ein Wohnmobil haben?

Die Zuladung eines Campers hängt vom zulässigen Gesamtgewicht und dem Leergewicht ab. Bei einem 3,5-Tonner liegt die Zuladung meist zwischen 400 und 600 kg, bei schwereren Modellen über 3,5 Tonnen kann sie deutlich höher liegen. Die genaue Zuladung findest du in den Fahrzeugpapieren, indem du das Leergewicht von der maximalen Gesamtmasse abziehst.

Was gehört alles zum Leergewicht beim Reisemobil?

Das Leergewicht umfasst das Fahrzeug ohne Zuladung, aber mit serienmäßiger Ausstattung, leerem Wassertank und ohne Insassen.

Wie hoch ist die maximale Zuladung einer Heckgarage?

Das hängt vom Modell ab, aber die meisten Wohnmobile haben eine maximale Heckgaragen-Zuladung von 100 bis 250 kg, die in den Fahrzeugpapieren angegeben ist.

Wie funktioniert das Wiegen des Wohnmobils?

Fahre mit deinem voll beladenen Wohnmobil auf eine öffentliche Fahrzeugwaage, die du an Autohöfen, Entsorgungsbetrieben oder TÜV-Stationen findest. Um das Gewicht genau zu bestimmen, kannst du zuerst das Gesamtgewicht ermitteln und dann durch Wiegen der einzelnen Achsen die Gewichtsverteilung überprüfen.

Welche Toleranz gibt es bei Überladung?

In Deutschland gibt es keine offizielle Toleranz für Überladung, jede Überschreitung kann geahndet werden. In der Praxis wird jedoch häufig eine geringe Toleranz von bis zu 5 Prozent des zulässigen Gesamtgewichts ohne direkte Sanktion gewährt. Ab 5 Prozent drohen Bußgelder, ab 20 Prozent Überladung kann die Weiterfahrt untersagt werden.

 

 

 

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